Dashboard Ausbildung Kapitel 8
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Kim Bender

Lektion 1 von 2 in Kapitel 8

Kapitel 8: Zusammenarbeit mit dem Führungsstab

Lernziele

Sie verstehen die Schnittstellen zwischen Verwaltungsstab (VwS) und Führungsstab (FüSt) im BBK 2-Stabsmodell, können den Informationsfluss sicherstellen und Doppelarbeit zwischen den Stäben vermeiden.

Didaktischer Lernweg

  1. Theorie: Zwei-Stab-Modell, Zuständigkeiten, typische Reibungspunkte und bewährte Abstimmungsformate.
  2. Anwendung: Übersetzen Sie die Inhalte in konkrete Gesprächsführung und Protokolle – z. B. in der Praxisaufgabe oder Übungen zum Szenario Musterhausen.
  3. Reflexion: Tragen Sie Unklarheiten zu Zuständigkeiten unter Offene Fragen ein, damit lokale Vorgaben ergänzt werden können.

Parallel arbeitende Stäbe brauchen klare Brücken – nicht mehr Arbeit für alle, sondern die richtige Arbeit zur richtigen Zeit.

Verwaltungsstab und Führungsstab - Hand in Hand

5:00 Min. - In der Vollversion wird hier ein passendes Lehrvideo eingebettet

1. Das Zwei-Stab-Modell in der Praxis

Das vom BBK beschriebene 2-Stabsmodell sieht zwei parallel arbeitende Stäbe vor, die sich ergänzen: Der Verwaltungsstab (VwS) unter Leitung des allgemeinen Vertreters der kommunalen Spitzenverwaltung (z. B. Landrat / Oberbürgermeister bzw. deren Vertretung) ist primär für administrativ-organisatorische Aufgaben zuständig – von der Bündelung der Lageinformation über behördliche Koordination bis zu Bevölkerungsinformation, Rechtlichem und Ressourcenorganisation.

Der Führungsstab (FüSt) unter Leitung des zuständigen Fachdienstes (z. B. Kreisbrandmeister / Leiter der Feuerwehr) konzentriert sich auf operativ-taktische Führung: Einsatzkoordination, technische Schadensbekämpfung, Gefahrenabwehr und unmittelbare Lageführung vor Ort. Eine klare Aufgabenteilung verhindert, dass politisch-rechtliche und operativ-technische Entscheidungen vermischt oder doppelt geführt werden.

2. Schnittstellen und Informationsfluss

Effektive Zusammenarbeit lebt von Verbindungspersonen – in der Praxis oft als EMS (Einsatz- und Meldestelle bzw. eingesetzte Fachkräfte zur Stabsvernetzung) bezeichnet –, die Meldungen übersetzen, Prioritäten abstimmen und Rückfragen kanalisieren.

Regelmäßiger Informationsaustausch (kurze Lage-Touchpoints, gemeinsame Lagebildanteile) stellt sicher, dass der VwS rechtzeitig über operative Entwicklungen informiert ist und der FüSt administrative Rahmenbedingungen (Sperrungen, Logistik, Öffentlichkeitsarbeit) kennt. Gemeinsame Lageinformationen – einheitliche Zeitstempel, einheitliche Begriffe, klare Zuordnung „bestätigt / unbestätigt“ – reduzieren Missverständnisse.

Vertiefung: Die Rolle der Verbindungspersonen (EMS) als Brücke zwischen den Stäben

Die EMS fungiert als Filter und Verstärker: Sie nimmt Rohmeldungen auf, prüft Plausibilität und leitet nur die für den jeweils anderen Stab relevanten Kernpunkte weiter. Dabei achtet sie auf Weisungskonformität und dokumentiert Übergaben.

Im Verwaltungsstab unterstützt die EMS, operative Sachverhalte in verwaltungsfähige Information zu übersetzen; im Führungsstab hilft sie, administrative Vorgaben (z. B. Evakuierungsrecht, Schul- und Kitaschließungen) zeitnah zu operationalisieren. Ohne diese Brücke drohen Informationslücken oder parallele „Schatten-Lagen“.

3. Typische Konflikte und Lösungen

Kompetenzüberschneidungen entstehen, wenn dieselbe Maßnahme aus „Verwaltungs-“ und „Einsatzlogik“ gleichzeitig angestoßen wird. Lösung: vorab klären, wer führt (operativ FüSt, administrativ VwS) und wer nur unterstützt.

Unterschiedliche Zeitdruck-Wahrnehmung: Der FüSt arbeitet in Minutentakt, der VwS benötigt oft längere Abstimmungen (Recht, Finanzen, Politik). Lösung: getrennte Taktungen mit synchronisierten Übergaben („Hard facts“ sofort, „Feinjustierung“ nachziehen).

Prioritätenkonflikte (z. B. Objektschutz vs. Logistikwege): Lösung: gemeinsames Lagebild, sachliche Abwägung durch die jeweils zuständige Leitung und schriftliche Entscheidungsgrundlage für nachgelagerte Stellen.

Wussten Sie? In Rheinland-Pfalz ist das 2-Stabsmodell gesetzlich verankert. Der Führungsstab unter Leitung des Kreisbrandmeisters und der Verwaltungsstab unter dem Landrat arbeiten parallel, aber mit klar getrennten Zuständigkeiten.

📝 Kurze Selbstprüfung

Ordnen Sie die typische Zuständigkeit im 2-Stabsmodell zu.

Welche Aufgabe übernimmt der Verwaltungsstab nicht als seine Kernaufgabe?

Praxistipp

Planen Sie feste Zeitfenster für den Informationsaustausch mit dem Führungsstab ein – mindestens alle 2 Stunden oder bei wesentlicher Lageänderung.