Dashboard Ausbildung Kapitel 5
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Kim Bender

Lektion 1 von 3 in Kapitel 5

Kapitel 5: Lagedarstellung und Lagevortrag

Lernziele

Lagebild strukturiert aufbereiten, Lagevortrag nach Schema erstellen, Wesentliches von Unwesentlichem trennen

Didaktischer Lernweg

  1. Theorie: Begriffe und Abläufe unten - bewusst kompakt, damit Sie das LAGE-Schema sicher anwenden können.
  2. Anwendung: In der Praxisaufgabe entscheiden Sie im Kontext „Stromausfall Musterhausen“.
  3. Vertiefung: Offene fachliche Punkte sammeln wir unter Offene Fragen; Ihre Rückmeldungen fließen in die nächsten Lektionsversionen ein.

So wird die Theorie nicht nur „abgelesen“, sondern mit Szenario und Projektfeedback verzahnt.

Einführungsvideo: Lagedarstellung im Verwaltungsstab

5:30 Min. - In der Vollversion wird hier ein passendes Lehrvideo eingebettet

1. Was ist die Lagedarstellung?

Die Lagedarstellung ist eine zentrale Aufgabe im Verwaltungsstab. Sie dient dazu, die aktuelle Situation für die Stabsleitung und die übrigen Funktionsbereiche verständlich und handlungsorientiert aufzubereiten. Ein gutes Lagebild ermöglicht fundierte Entscheidungen und koordiniertes Handeln aller Beteiligten.

Die Aufbereitung folgt klaren Strukturprinzipien: Informationen werden nach Relevanz gefiltert, räumlich und zeitlich eingeordnet sowie nach Funktionsbereichen gegliedert. Nur so kann die Fülle an Meldungen in eine überschaubare Darstellung überführt werden.

Vertiefung: Wer erstellt das Lagebild?

Im BBK 2-Stabsmodell ist primär die KGS - Lage und Dokumentation für die Erstellung und Pflege des Lagebilds zuständig. Die Informationen kommen aus verschiedenen Quellen: Meldungen der Ständigen Mitglieder (SMS), Berichte des Führungsstabs, externe Lageinformationen und eigene Erkundungen. Die Koordinierungsgruppe bündelt, filtert und priorisiert diese Daten.

Wussten Sie? In einer typischen Krisenlage gehen beim Verwaltungsstab innerhalb der ersten Stunde bis zu 50 Meldungen ein. Ohne strukturierte Lagedarstellung gehen kritische Informationen verloren oder werden zu spät weitergegeben.

2. Der Lagevortrag

Der Lagevortrag im Rahmen der Stabsbesprechung hat das Ziel, die Leitung in die Lage zu versetzen, Prioritäten zu setzen und erforderliche Maßnahmen anzuordnen. Dafür muss der Vortrag prägnant sein und die Kernaussagen klar hervorheben.

Vertiefung: Typische Fehler im Lagevortrag
  • Zu viele Details ohne Priorisierung
  • Fehlende Handlungsempfehlungen am Ende
  • Verwechslung von Fakten und Annahmen
  • Keine zeitliche Einordnung der Informationen
  • Fehlende Unterscheidung zwischen bestätigten und unbestätigten Meldungen

3. Das LAGE-Schema

Das LAGE-Schema bietet eine bewährte Struktur für sowohl schriftliche Lageberichte als auch mündliche Vorträge. Es stellt sicher, dass alle relevanten Aspekte berücksichtigt werden und die Darstellung handlungsorientiert bleibt.

LLage - Aktuelle Situation, betroffene Gebiete, Schadensausmaß AAuswirkungen - Folgen für Bevölkerung, Infrastruktur, Versorgung GGetroffene Maßnahmen - Bereits eingeleitete Schritte und deren Wirkung EErforderliche Maßnahmen - Nächste Schritte, Ressourcenbedarf, Entscheidungsbedarf

📝 Kurze Selbstprüfung

Testen Sie Ihr Verständnis, bevor Sie zur Praxisaufgabe übergehen.

Frage 1: Wofür steht das „A" im LAGE-Schema?

Frage 2: Wer ist im BBK 2-Stabsmodell primär für das Lagebild zuständig?

Wussten Sie? Die FORDEC-Methode (Facts, Options, Risks, Decision, Execution, Check) aus der Luftfahrt wird zunehmend auch in Krisenstäben eingesetzt, um unter Zeitdruck strukturiert Entscheidungen zu treffen. Sie ergänzt das LAGE-Schema um den Aspekt der Entscheidungsfindung.

Praxistipp

Beginnen Sie den Lagevortrag immer mit den wichtigsten Änderungen seit dem letzten Bericht. Nutzen Sie die Lagekarte als visuellen Bezugspunkt und sprechen Sie maximal 5-10 Minuten.