Dashboard Ausbildung Kapitel 1
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Kim Bender

Lektion 1 von 2 in Kapitel 1

Kapitel 1: Einführung in die Stabsarbeit

Lernziele

  • Grundbegriffe der Stabsarbeit sicher benennen
  • Rechtsgrundlagen der kommunalen Krisenvorsorge und des Katastrophenschutzes einordnen
  • Kernaufgaben des Verwaltungsstabs im BBK 2-Stabsmodell verstehen

Didaktischer Lernweg

  1. Theorie: Sie klären Begriffe, Auslöser und Aufgaben – als Basis für alle folgenden Kapitel.
  2. Einordnung: Das Szenario „Partieller Stromausfall Musterhausen“ zeigt, warum ein eingespielter Verwaltungsstab nötig ist.
  3. Vertiefung: Offene Punkte notieren Sie unter Offene Fragen; dort fließen landesspezifische Details in spätere Versionen ein.

Die Inhalte orientieren sich am BBK 2-Stabsmodell; konkrete Auslöser und Zuständigkeiten regeln die Gesetze Ihres Bundeslandes.

Einführung: Was ist ein Verwaltungsstab?

4:15 Min. – In der Vollversion wird hier ein passendes Lehrvideo eingebettet

1. Was ist ein Verwaltungsstab?

Der Verwaltungsstab ist die strukturierte Arbeitsorganisation der allgemeinen öffentlichen Verwaltung in einer Krisen- oder Katastrophenlage. Er bereitet Entscheidungen für die politische Gesamtverantwortung (PGV) vor, koordiniert verwaltungsinterne und – soweit vorgesehen – behördenübergreifende Abläufe und sorgt für eine belastbare Dokumentation.

Abzugrenzen ist der Verwaltungsstab vom Führungsstab: Der Führungsstab führt die Einsatzkräfte der Hilfsorganisationen und die technisch-operative Einsatzführung zusammen. Der Verwaltungsstab unterstützt dagegen die politisch-administrative Gesamtführung – ohne die fachliche Einsatzleitung der Blaulichtorganisationen zu ersetzen.

Rechtsgrundlagen finden sich in erster Linie in den Katastrophenschutzgesetzen der Länder sowie in kommunalen Satzungen und örtlichen Notfallplänen. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) gibt mit Handreichungen und Empfehlungen (u. a. zum 2-Stabsmodell) eine bundesweit abgestimmte fachliche Orientierung, ohne Landesrecht zu ersetzen.

Vertiefung: Unterschied Verwaltungsstab und Führungsstab

Verwaltungsstab: Schwerpunkt auf Verwaltungshandeln – Information, Koordination, Ressourcen, Öffentlichkeits- und Bürgerkommunikation, Recht, Finanzen, Unterbringung usw. – im Dienste der PGV.

Führungsstab: Schwerpunkt auf der einheitlichen Führung der Hilfskräfte vor Ort (Feuerwehr, Rettungsdienst, THW, Polizei nach Zuständigkeit). Daten und Lagebilder werden zwischen beiden Stäben ausgetauscht, die Rollen bleiben getrennt.

Wussten Sie? In Deutschland gibt es über 400 Landkreise und kreisfreie Städte mit potenziellem Bedarf an Verwaltungsstabsarbeit – jeweils mit eigenen Planungen, Alarmketten und Übungskalendern.

2. Wann wird der Verwaltungsstab aktiviert?

Die Aktivierung richtet sich nach dem Landesrecht und den örtlichen Festlegungen (Alarm- und Einsatzpläne, Stufenpläne). Typische Auslöser sind: Erreichen definierter Einsatzlagen oder Schadensereignisse, Anforderung durch die Leitstelle oder die Einsatzleitung, Entscheidung der PGV oder des Krisenstabes der Kommune, sowie Vorgaben bei Großschadens- oder Versorgungsnotlagen.

Schwellenwerte können in Stufenmodellen (z. B. von „erhöhte Bereitschaft“ bis „Katastrophenfall“) oder Ereigniskatalogen beschrieben sein. Entscheidend ist, dass die Auslöser vorab schriftlich mit Zuständigkeiten festgelegt sind, damit keine Verzögerung durch Abstimmungsbedarf entsteht.

Entscheidungsträger sind je nach Regelung die PGV (Bürgermeisterin, Landrat, hauptamtliche oder ehrenamtliche Leitung), ggf. in Verbindung mit dem Gemeinderat oder Kreistag. Die fachliche Leitung des Verwaltungsstabs wird regelmäßig von der Verwaltung wahrgenommen, nicht von der Einsatzleitung des Führungsstabs.

3. Aufgaben des Verwaltungsstabs

Im BBK 2-Stabsmodell umfasst der Verwaltungsstab vor allem:

  • Administrativ-organisatorische Unterstützung der PGV: Vorbereitung von Beschlüssen, Abstimmung zwischen Ämtern, rechtliche Prüfungen, Haushalt und Beschaffung.
  • Bevölkerungsinformation und -betreuung: abgestimmte Öffentlichkeitsarbeit, Hotlines, Unterbringung, Sozialleistungen – oft im Aufgabenfeld der Koordinierungsgruppe BuMA.
  • Ressourcenkoordination: Personal, Sachmittel, Dienstleister und Infrastruktur (z. B. Gebäude, IT, Logistik), damit der Führungsstab und die Fachämter versorgt werden können.

Dazu kommen Lagebearbeitung, Dokumentation und die Sicherstellung der Stabsroutine – Themen der nächsten Kapitel.

Wussten Sie? Das BBK empfiehlt, die Stabsarbeit regelmäßig zu üben – in der Praxis haben sich mindestens zwei Übungstermine pro Jahr bewährt, ergänzt um kurze Staff Trainings und Checklistenläufe.

📝 Kurze Selbstprüfung

Testen Sie Ihr Verständnis, bevor Sie mit Kapitel 2 fortfahren.

Was ist die Hauptaufgabe des Verwaltungsstabs?

Praxistipp

Machen Sie sich vor der ersten Stabssitzung mit den Räumlichkeiten, der Kommunikationstechnik und den Kontaktlisten vertraut – inklusive Stellvertretungen und Zugangsberechtigungen.